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Akt (Theater) ArtikelBuch-Tipp: 40 Fragen an eine Rolle: Eine Methode zur selbstständigen Erarbeitung der Rolle 40 Fragen an eine Rolle Jurij Alschitz vermittelt in seinem Buch Gedanken zur Ethik des Schauspielberufs, als eine Kunst, die den Schauspieler als Autor, Schöpfer und Zentrum der Darstellenden Kunst betrachtet und demzufolge das geeignete handwerkliche Können üben sollte, um einen sehr hohen Anspruch auch gerecht zu werden. "40Fragen an eine Rolle"... Ein Akt ist in dem Drama ein Hauptabschnitt der Handlung, dessen Schluss durch das Fallen des Vorhangs genannt wird. Insofern jede dramatische Handlung in drei Unterabteilungen, Auseinandersetzung oder Exposition, die Spitze oder die Höhe der Verwickelung und die Lösung oder Katastrophe zerfällt, wäre die Einteilung in drei Akte die naturgemäßeste. Da indes die Entwickelung in dem Verhältnis zur Exposition und Katastrophe bei weitem der reichhaltigere Teil ist und sich meist nicht in einen Akt zusammendrängen lässt, so zerfällt dieselbe in den größern Stücken in der Regel wieder in drei Teile, sodass das Ganze aus fünf Akten besteht.
Schon die Komödien der römischen Dichter Plautus und Terenz haben alle fünf Akte. Einfache, wenig verwickelte Handlungen lassen sich auch in einem oder zwei Akten durchführen.
Am Schluss eines Aktes tritt ein Stillstand (Zwischenakt genannt) ein, der dem Zuschauer Zeit gönnen soll, sich des empfangenen Eindrucks bewußt zu werden und sich in die rechte Stimmung für das Folgende zu versetzen. Abgesehen hiervon machen in größern Dramen auch äußere Umstände , wie neue Szenierung und dergleichen, das Eintreten solcher Ruhepunkte nötig. Der ganz unpassende Name Zwischenakt rührt wahrscheinlich davon her, dass früher (namentlich in den englischen Volkstheatern ) in den Pausen von anderen Schauspielern kleine Zwischenstücke oder Tänze aufgeführt wurden, an deren Stelle später in dem modernen Theater musikalische Produktionen traten.
Übrigens ist es eine Hauptforderung der Dramatik, dass die Akte nicht nach Willkür oder lediglich in Berücksichtigung jener Äußerlichkeiten gemacht, sondern durch innere Notwendigkeit geboten sind. Jeder einzelne Akt soll für sich eine Art Ganzes bilden, zugleich aber auch wieder ein Glied, das erst in Verbindung mit anderen Gliedern, das heißt mit den übrigen Akten, einen lebendigen Organismus ausmacht. Wiewohl also jeder Akt schon an und für sich dem Zuschauer eine gewisse Befriedigung gewähren soll, so darf er doch die Spannung desselben auf die weitere Entwicklung nicht schwächen, sondern soll sie vielmehr noch steigern.
Mehr als fünf Akte kommen selten vor und lassen sich, als mit der dramatischen Einheit unvereinbar, schwerlich auf Grund innerer und organischer Verhältnisse rechtfertigen. Wenn der Stoff von solchem Umfang ist, dass ihn der Dichter in fünf Akten nicht unterbringen zu können meint, so hängt er ein Vor- oder Nachspiel an.
In vier Akte läßt sich ein dramatischer Stoff naturgemäß und mit innerer Notwendigkeit nicht wohl zerlegen, wiewohl es gerade in neuerer Zeit öfters geschieht; dagegen ist das einaktige Lustspiel eine Gattung des Dramas, welche sich für beschränktere Stoffe vortrefflich eignet.
In ältern deutschen Stücken ist der Ausdruck Akt wörtlich durch Handlung wiedergegeben; in anderen findet man Aufzug, vom Aufziehen des Vorhangs beim Beginn jedes Aktes hergenommen.
Dieser Artikel basiert auf Public-Domain-Text aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage von 1888-90. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel gelöscht werden.
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